Landesstelle Suchtprävention - Kompetenzzentrum


Suchthilfe Kärnten - Drogenkoordination

SUBSTITUTIONS-BEHANDLUNG

Stabilisieren statt kriminalisieren

Die Substitutions-Behandlung ist eine anerkannte und fundierte Kranken-Behandlung mit dem Ziel, schwer Abhängige gesundheitlich und sozial zu stabilisieren. Dabei werden Opiat-Abhängige nicht nur mit Drogenersatzstoffen versorgt, sondern erhalten Unterstützung in allen medizinischen und psychosozialen Belangen. Substitution ist eine Chance, die gesamte Lebenssituation zu verbessern.

Für wen eignet sich eine Substitutions-Behandlung?

Grundsätzlich eignet sich die Substitutions-Behandlung für Menschen mit Opiat-Abhängigkeit. Zuerst untersucht ein Arzt/eine Ärztin die körperlichen, seelischen und sozialen Umstände des Patienten/der Patientin. Dann erst wird darüber entschieden, ob die Substitutions-Behandlung im konkreten Fall auch die beste Behandlung ist.

Was soll mit der Behandlung erreicht werden?

Weniger Todesfälle. Unbehandelte Opiat-Abhängige haben durch Überdosierungen, Begleiterkrankungen, Kriminalität und Selbstverletzungen ein wesentlich höheres Risiko, früher zu sterben als Menschen, die fachgerecht behandelt werden. Durch die Substitutions-Behandlung soll das körperliche, seelische und soziale Wohlbefinden verbessert werden. Gleichzeitig wird die Beschaffungs- und Begleit-Kriminalität gesenkt. Der Beikonsum von illegalen Drogen kann vermindert oder sogar beendet werden.

Wie lange dauert die Behandlung?

Es gibt Menschen, die sich nur kurz substituieren lassen (z.B. wenn die Wartezeit auf einen Therapieplatz für eine Langzeit-Therapie überbrückt werden soll). Andere werden monate- oder jahrelang substituiert, bis die Zeit für eine andere Behandlungsform reif ist.

Welche sind die häufigsten Fehler?

Zu niedrige Dosis: Das Ziel, dass der Patient/die Patientin den Beikonsum in den Griff bekommt, kann nicht erreicht werden.
Zu frühes Therapie-Ende: Wer die „Zeit danach“ schlecht geplant hat und Hilfe durch andere nicht in Anspruch nimmt, riskiert einen Rückfall und eine Zuspitzung der Situation. Ein plötzlicher Abbruch der Substitutionsbehandlung wäre ein Risiko für die Gesundheit.

Substitution mit synthetischen Opioiden – 7 Schritte

Die Voraussetzung für eine Substitution mit synthetischen Opioiden ist eine manifeste Opiat-Abhängigkeit und der Wunsch, die Lebenssituation zu verändern.

1. Schritt: Sie nehmen Kontakt mit der Drogenambulanz in Klagenfurt oder dem Ambulatorium ROOTS Villach, Völkermarkt oder Spittal auf. Auch ohne Zuweisung vom Hausarzt.

2. Schritt: Sie kommen zum Erstkontakt in das Ambulatorium. Dort arbeitet ein professionelles Team (ÄrztInnen, PsychologInnen, dipl. Krankenschwestern/Pfleger, SozialarbeiterInnen). Oberstes Gebot ist Verschwiegenheit nach außen!
Zu Beginn wird abgeklärt, ob die Substitution für Sie die richtige Behandlung ist oder ob Ihnen anders besser geholfen werden kann. Neben der ärztlichen Behandlung haben Sie auch die Möglichkeit, Ihre soziale Situation und alles, was im Moment ansteht, zu besprechen. Substitution ist nicht nur das Verabreichen von Medikamenten, sondern eine Chance, die gesamte Lebenssituation zu verbessern.

3. Schritt: In der ersten Behandlungsphase wird ermittelt, welche tägliche Dosis des Substitutions-Mittels für Sie richtig ist, und welche Substanz Sie am besten vertragen. Dazu sind anfangs tägliche oder mehrmals wöchentliche Arztkontakte notwendig.

4. Schritt: Wenn geklärt ist, welches Medikament in welcher Dosierung für Sie richtig ist, bekommen Sie eine Dauerverschreibung.

5. Schritt: Sie gehen mit der Dauerverschreibung zum Amtsarzt im Gesundheitsamt Ihres Wohnbezirks. Dort wird das Rezept bestätigt.

6. Schritt: Sie bringen das Rezept in eine Apotheke Ihrer Wahl.

7. Schritt: Jetzt können Sie legal und ohne jedes Risiko Ihr Medikament in der Apotheke einnehmen.

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