Suchtprävention


Suchthilfe Kärnten - Drogenkoordination

GESUNDHEITSBEZOGENE MAßNAHMEN

Zurück ins Leben statt Strafe

Gesundheitsbezogene Maßnahmen sollen den Betroffenen auf dem Weg zu einem suchtfreien Leben helfen. Sie können in Österreich nicht zwangsverordnet werden. Man entscheidet sich freiwillig dafür.
Der Staatsanwalt/die Staatsanwältin bzw. das Gericht kann auch die Zurücklegung einer Strafanzeige davon abhängig machen, ob der/die Angezeigte sich gesundheitsbezogenen Maßnahmen unterzieht.

Gesundheitsbezogene Maßnahmen nach dem Suchtmittelgesetz sind:
Ärztliche Überwachung des Gesundheitszustandes

Mit ärztlicher Hilfe wird die Entwicklung des Gesundheits-Zustandes beobachtet, um in kritischen Fällen entsprechend reagieren zu können. Die ärztliche Überwachung kann für sich alleine oder begleitend zu anderen Maßnahmen erfolgen.

Ärztliche Behandlung – Entzug/Substitution

Wo Abstinenz erzielbar ist, soll sie angestrebt werden. Wo sie nicht erzielbar ist, soll in jedem Fall eine Verbesserung der Lebensumstände erreicht werden. Bei manifester Opiat-Abhängigkeit (z.B. Heroin-Abhängigkeit) wird sorgfältig abgewägt, ob eine Entzugs- oder eine Substitutions-Behandlung besser ist. Die Opiat-Abhängigkeit ist eine chronische Erkrankung, die in Phasen verläuft und je nach Phase unterschiedliche Behandlungsansätze erforderlich macht.
Substitutions-Behandlung

Klinisch-psychologische Beratung und Betreuung

Nach einem Erstgespräch und (bei Bedarf) nach einer klinisch-psychologischen Testdiagnostik werden individuelle Ziele formuliert. Danach werden konkrete Strategien zum Erreichen dieser Ziele entwickelt. Gemeinsam mit dem Berater wird die Problemlösungs-Fähigkeit des Einzelnen erfasst und gefördert. Informationen werden vermittelt und Strategien zur Rückfallverhütung bzw. zum Umgang mit Rückfällen erarbeitet. Wenn nötig, wird die Motivation zur stationären Entzugsbehandlung geklärt und gefördert.

Psychotherapie

Wenn der/die Betroffene selbst einen Zusammenhang seines/ihres Substanzkonsums oder einer Abhängigkeits-Erkrankung mit seelischen Konflikten vermutet, dann ist eine wichtige Voraussetzung für eine Psychotherapie gegeben. Das kann zum Beispiel der Fall sein bei Ängsten, Zwangsgedanken und -handlungen, Depressionen, funktionellen Störungen, psychosomatischen Erkrankungen, Ess-Störungen, Partnerproblemen oder Problemen in der Familie.
Die Psychotherapie ist eine gesetzlich und wissenschaftlich fundierte Krankenbehandlung, die nach standardisierten Methoden abläuft. Beispiele sind: die systemische Familientherapie, die personen-/klientenzentrierte Psychotherapie, die Verhaltenstherapie, die Transaktionsanalyse, die Integrative Gestalttherapie und andere.

Psychosoziale Beratung und Betreuung

Die psychosoziale Beratung und Betreuung ist ein wesentlicher Bestandteil der Suchthilfe und der spezifischen Vorbeugung. Sie beinhaltet:

  • Auseinandersetzung mit dem eigenen Konsumverhalten
  • Erarbeitung von individuellen Lösungsstrategien
  • Unterstützung bei Wohnungs- u./o. Arbeitssuche, bei der beruflichen Neu- oder Umorientierung, beim Umgang mit Geld (Verschuldung), bei Antragstellungen oder Behördenkontakten
  • Hilfe, um den Alltag besser bewältigen zu können (Tagesstruktur, Wohnsituation, Freizeitgestaltung, Beziehungen im Berufs- und Privatleben)
  • Reflexion von Lebenseinstellungen und Werthaltungen

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